DARDANEL -Çanakkaleliler Derneği e.V.
TRDEEN
Märtyrerdenkmal und Meer in der Dämmerung
EINE STADT. TAUSENDE GESCHICHTEN.

Manche Ufer
vergessen nie.

Von den Steinen Trojas zu den stillen Hügeln Gallipolis. Eine Reise zwischen Kontinenten und durch unser gemeinsames Gedächtnis.

INNEHALTEN. UND ZUHÖREN.40°03′ N · 26°13′ E
© Volcanicaaa · CC BY-SA 4.0
ÇANAKKALE / TÜRKİYE

Zwischen zwei Kontinenten.
Mitten in der Erinnerung.

Die Dardanellen trennen nicht nur zwei Ufer. Sie verbinden die Ägäis mit dem Marmarameer und die Vergangenheit mit der Gegenwart. Armeen zogen hier vorbei, Städte entstanden und Lebenswege änderten sich. Heute lädt diese Landschaft zum Erinnern und zum friedlichen Miteinander ein.

ASIENEUROPA
DARDANEL

Unser Verein

01 / Zeitreise

Auf den Spuren der Zeit

Mehr als fünftausend Jahre. Zehn Kapitel. Ein gemeinsames Gedächtnis.

KAPITEL 01 / 3000 v. Chr.

Mehr als eine Legende

In Troja liegen nicht nur Steine übereinander, sondern Lebenswelten. Seit etwa 3000 vor Christus wurde hier gebaut, gewohnt, zerstört und neu begonnen. Mauern, Tore und unscheinbare Alltagsgegenstände erzählen von einer Stadt, die viele Gestalten hatte. Homers Dichtung machte diesen Ort zu einem Teil des weltweiten Gedächtnisses. Doch Dichtung und archäologischer Befund sind nicht dasselbe: Die Ausgrabungen bestätigen nicht jede Einzelheit des überlieferten Krieges. Seit 1998 gehört Troja zum UNESCO-Welterbe. Zwischen den Ruinen begegnen wir deshalb beidem: den Spuren wirklicher Menschen und der Kraft einer Erzählung, die Jahrtausende überdauert hat.

Historische Quelle
KAPITEL 02 / 480 / 334 v. Chr.

Zwei Ufer, eine veränderte Welt

Die Antike kannte diese Meerenge als Hellespont. Im Jahr 480 vor Christus ließ der persische König Xerxes Schiffsbrücken für seinen Feldzug nach Griechenland errichten. 334 vor Christus setzte Alexander in die Gegenrichtung nach Asien über. Sein Sieg am Granikos wurde zu einem frühen Wendepunkt des Feldzugs gegen das Perserreich. Wer heute auf das andere Ufer blickt, sieht eine überschaubare Entfernung. Für die Menschen jener Zeit bedeutete die Überfahrt jedoch einen Schritt in eine ungewisse Zukunft. Hinter den Namen der Herrscher stehen unzählige Lebenswege. Die schmale Wasserstraße verband Welten und veränderte ihre Geschichte.

Historische Quelle
KAPITEL 03 / 1462–1463

Wache an beiden Ufern

Nach der Eroberung Konstantinopels erhielt die Sicherung der Meerenge für die Osmanen besonderes Gewicht. Auf Befehl Mehmeds II. entstanden 1462–1463 die Festungen Kilitbahir und Çimenlik an gegenüberliegenden Ufern. Ihre Lage folgt einer klaren Idee: Wer den engen Durchlass kontrolliert, kann den Schiffsverkehr überwachen und verteidigen. Die Mauern erzählen deshalb nicht nur von militärischer Stärke, sondern von einem genauen Verständnis der Landschaft. Heute werden ihre Höfe von anderen Schritten erfüllt. Im Schatten des Mauerwerks wirkt das gegenüberliegende Ufer zum Greifen nah. Hier lässt sich unmittelbar begreifen, weshalb Geografie immer wieder zur Geschichte wurde.

Historische Quelle
KAPITEL 04 / 18.03.1915

Die Meerenge hält stand

Am 18. März 1915 versuchten britische und französische Kriegsschiffe, die Dardanellen zu durchbrechen. Osmanische Küstenartillerie und Minensperren bildeten ein zusammenwirkendes Verteidigungssystem. Eine wichtige Rolle spielten die Minen, die Nusret in der Nacht vom 7. auf den 8. März in der Bucht von Erenköy gelegt hatte. Nach schweren Verlusten zog sich die alliierte Flotte zurück. Der Durchbruch zur See war gescheitert. Hinter diesem Ergebnis standen viele Hände: Matrosen, Beobachter, Artilleristen und Versorgungstrupps. Ihre Aufgaben verbanden sich unter äußerster Belastung. An den Erfolg zu erinnern bedeutet auch, die Angst und die Verantwortung der beteiligten Menschen wahrzunehmen.

Historische Quelle
KAPITEL 05 / 25.04.1915

Ein Morgen verändert die Küste

Am Morgen des 25. April begann an den Küsten Gallipolis die Landungsoperation. Alliierte Truppen gingen bei Kap Helles und Arıburnu an Land. Der Küstenabschnitt der australischen und neuseeländischen Soldaten wurde als Anzac Cove weltweit bekannt. Zwischen schmalem Strand und steilen Hängen bestimmte das Gelände jede Bewegung. Osmanischer Widerstand verhinderte den raschen Durchbruch; aus der Landung entwickelten sich monatelange Kämpfe. Heute liegt zwischen Wasser und Höhen nur ein kurzer Spaziergang. Damals war jeder Meter mit Ungewissheit verbunden. Der Ort erinnert an militärische Entscheidungen, vor allem aber an Menschen, die einander nicht kannten und doch in denselben Krieg gerieten.

Historische Quelle
KAPITEL 06 / 08.1915

Jeder Hügel trägt Erinnerung

Im August verdichteten sich die Kämpfe auf engstem Raum. Lone Pine, Chunuk Bair und die Anafartalar-Höhen wurden zu Schauplätzen verzweifelter Angriffe und Gegenangriffe. Die Alliierten suchten einen Ausweg aus dem festgefahrenen Feldzug. Mustafa Kemal übernahm wichtige Führungsaufgaben in der osmanischen Verteidigung bei Anafartalar und Conkbayırı. Auch die Erfahrungen australischer, neuseeländischer, britischer und anderer Soldaten sind mit diesen Hügeln verbunden. Auf einer heutigen Karte erscheinen ihre Namen als einzelne Stationen. Vor Ort stehen sie für Warten in Gräben, verwundete Kameraden und ausbleibende Heimkehr. Mut zu würdigen und Verlust anzuerkennen gehören hier untrennbar zusammen.

Historische Quelle
KAPITEL 07 / 1915

Der Mensch hinter der Geschichte

Seyit Onbaşı gibt der Verteidigung der Dardanellen ein menschliches Gesicht. Der Artillerist aus Havran wird mit seinem Dienst an der Rumeli-Mecidiye-Batterie und dem Tragen einer schweren Granate verbunden. Die Last in seiner Darstellung steht heute auch für Verantwortung unter außergewöhnlichem Druck. Populäre Erzählungen nennen unterschiedliche Gewichte und schreiben ihm die Versenkung eines Schiffes zu; solche Einzelheiten werden hier nicht als gesicherte Tatsachen wiedergegeben. Im Mittelpunkt steht ein gewöhnlicher Mensch in einer außergewöhnlichen Lage. Sein Andenken öffnet zugleich den Blick auf namenlos gebliebene Helfer, Sanitäter und Matrosen. Auch ihre Arbeit gehört zur Geschichte dieses Ortes.

Historische Quelle
KAPITEL 08 / 12.1915 – 01.1916

Die Stille danach

Nach Monaten der Kämpfe beschlossen die Alliierten den Rückzug. Anzac und Suvla wurden im Dezember 1915 geräumt; die letzte Evakuierung bei Kap Helles endete am 9. Januar 1916. Zurück blieben Gräben, Gräber und die Lücken, die Gefallene in ihren Familien hinterließen. Die osmanische Verteidigung hatte den Feldzug abgewehrt. Der Erste Weltkrieg ging jedoch an anderen Fronten weiter. Gallipoli war deshalb nicht das Ende des gesamten Krieges, sondern das Ende einer verlustreichen Operation. Diese Unterscheidung bewahrt die historische Genauigkeit. In der heutigen Ruhe der Küste wird zugleich deutlich, dass Trauer keine militärischen Grenzen kennt.

Historische Quelle
KAPITEL 09 / 1960 · 1973 · 2014

Erinnern heißt Frieden bewahren

Das 1960 eröffnete Çanakkale-Märtyrerdenkmal erinnert über der Meerenge an die gefallenen osmanischen Soldaten. Die Halbinsel wurde 1973 als historischer Nationalpark geschützt; seit der Neuordnung von 2014 wird sie als historisches Gebiet verwaltet. Türkische Gedenkstätten und die Friedhöfe anderer Nationen liegen heute in derselben Landschaft. Ihre Inschriften sprechen verschiedene Sprachen, doch sie richten eine gemeinsame Bitte an Besucher: die Toten als Menschen wahrzunehmen. Ein Name auf einem Stein, ein stiller Weg, ein Moment des Innehaltens können mehr vermitteln als große Worte. Erinnerung wird hier zu einer Haltung, die auch dem Schmerz anderer Raum gibt.

Historische Quelle
KAPITEL 10 / 2018 · 2022 · ∞

Aus Erinnerung wächst Zukunft

Çanakkale lebt mit seiner Vergangenheit, ohne in ihr stehen zu bleiben. Das 2018 für Besucher geöffnete Troja-Museum vermittelt archäologisches Erbe mit zeitgenössischen Mitteln. Die am 18. März 2022 eröffnete 1915-Çanakkale-Brücke schuf eine neue Straßenverbindung zwischen Europa und Asien. Das eine lädt zum genauen Zurückblicken ein, das andere erleichtert heutige Wege. Dazwischen liegt eine lebendige Stadt mit Hafen, Promenade und dem Alltag ihrer Bewohner und Studierenden. Am Ende einer Reise sollten deshalb nicht nur Schlachten und Herrschernamen bleiben. Ebenso wichtig ist die Erfahrung, dass Menschen hier weiterleben, Neues schaffen und Erinnerung in die Zukunft tragen.

Historische Quelle
02 / GELİBOLU

Orte zum Innehalten

Geben Sie den Geschichten dieser Küsten und Hügel Raum.

Nusret-Nachbau von 2011 in Çanakkale
Raicem · CC BY 4.0
GELİBOLU · ÇANAKKALE

Nusret Mayın Gemisi Müzesi

Das Museumsschiff in Çanakkale ist ein Nachbau; das Original liegt in Tarsus.

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04 / Journal

Notizen vom Ufer

Kleine Geschichten für einen aufmerksamen Besuch.

Märtyrerdenkmal und Meer in der Dämmerung
Volcanicaaa · CC BY-SA 4.0
1960 · 1973 · 2014

Erinnern heißt Frieden bewahren

Das 1960 eröffnete Çanakkale-Märtyrerdenkmal erinnert über der Meerenge an die gefallenen osmanischen Soldaten.

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05 / Veranstaltungen

Gemeinsam erinnern

Begegnungen unseres Vereins und Gedenktage, die unsere Erinnerung lebendig halten.

Aus unserem VereinslebenMoers · DITIB-Moschee

Çanakkale Şehitlerini Anma Mevlidi

Weit entfernt. Im Herzen verbunden.

Am 19. März 2017 veranstaltete DARDANEL - Çanakkaleliler Derneği e.V. in einer DITIB-Moschee in Moers einen Mevlid zum Gedenken an die gefallenen Soldaten von Çanakkale. Fern von der Meerenge kamen wir zusammen, um ihnen in religiösem Gedenken verbunden zu bleiben. Zwischen Moers und Çanakkale liegen viele Kilometer. Erinnerung kennt diese Entfernung nicht.

Wenn wir an Çanakkale denken, erinnern wir uns an Menschen. An ein Leben, das nicht weitergehen durfte. An einen Platz zu Hause, der leer blieb. An Angehörige, deren Hoffnung auf eine Rückkehr sich nicht erfüllte. Hinter jedem Gefallenen steht mehr als ein Name: eine Familie, eine Zukunft, die verloren ging. Ihr Andenken verdient unsere Achtung und unser Mitgefühl.

Der 18. März ist in der Türkei der Gedenktag für die Gefallenen und der Jahrestag des Seesieges von Çanakkale. Unsere Veranstaltung in Moers fand am folgenden Tag statt. Für unseren Verein, der am 18. März 2017 offiziell gegründet worden war, gehört dieser Mevlid damit zu den Erinnerungen an seine ersten Schritte.

Erinnerung bedeutet für uns auch Verantwortung. Wir möchten unseren Kindern von Mut und Opferbereitschaft erzählen, aber ebenso vom Wert jedes Menschenlebens. Das Leid, das Krieg in Familien auf allen Seiten hinterlässt, mahnt uns, einander mit Menschlichkeit zu begegnen und den Frieden zu bewahren.

Wir gedenken der Gefallenen von Çanakkale in Dankbarkeit, Trauer und Respekt. Möge ihnen Gottes Barmherzigkeit zuteilwerden. Und möge ihr Andenken weiterleben: in dem, was wir unseren Kindern erzählen, und darin, wie wir heute miteinander umgehen.

Historischer Hintergrund: Verwaltung des historischen Gebiets der Gallipoli-Schlachten. Veranstaltungsangaben: DARDANEL. Hintergrund zum Gedenken am 18. März ↗

Jährliche Gedenktage in Çanakkale

18MÄRZ

Gedenken an die Gefallenen

ÇANAKKALE
25APRIL

Landungen und ANZAC-Gedenken

ÇANAKKALE
10AUGUST

Anafartalar-Gedenken

ÇANAKKALE
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06 / Besuch planen

Vor Ihrer Reise

Ein aufmerksamer Besuch beginnt mit guter Vorbereitung.

01

Anreise

Planen Sie die Stadt am asiatischen Ufer und die Gedenkorte auf der europäischen Seite getrennt. Prüfen Sie Fähren und Brückenroute vor der Abfahrt.

02

Zeiten und Eintritt

Öffnungszeiten, Preise und Sperrungen können sich ändern. Hier werden keine festen Zeiten versprochen; prüfen Sie aktuelle offizielle Hinweise.

03

Respektvoll besuchen

Verhalten Sie sich auf Friedhöfen ruhig, besteigen Sie keine Denkmäler und bleiben Sie auf Wegen. Drohnen benötigen die nötigen Genehmigungen. Barrierefreiheit vorher klären.

Quellen und Bildrechte

Fotos wurden verkleinert und in WebP umgewandelt; im Layout können Ausschnitte erscheinen. Bearbeitungen von CC-BY-SA-Bildern stehen unter derselben Lizenz.

JSON · Foto und Lizenz

DARDANEL - Çanakkaleliler Derneği e.V.

Vereinsanschrift
Wintgensstrasse 130
47058 Duisburg · Deutschland
E-Mail
info@dardanel.de
Vereinsregister
Duisburg · VR 5833

Vorsitz laut Briefbogen: Orhan Ekinci

Redaktionell verantwortlich:
DARDANEL - Çanakkaleliler Derneği e.V.

Datenschutz

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